Der richtige Moment

Traditionell beginnt man das neue Jahr mit guten Vorsätzen und schwört, jetzt aber wirklich und ernsthaft eine Diät zu beginnen, das Rauchen aufzuhören, entschiedener für den Weltfrieden zu kämpfen und ähnliches mehr.
Ich persönlich finde dieses Verhalten ja ein bisschen irrational, um nicht zu sagen albern. Mir leuchtet nicht ein, warum man erst ein bestimmtes Datum abwartet, um etwas umzusetzen, das man für gut und richtig erkannt hat. Genauso wenig verstehe ich, warum ausgerechnet der Jahreswechsel der richtige Moment dafür sein soll. Andererseits muss ich gestehen, dass ich mich dieses Jahr selbst so irrational – oder um es deutlich zu sagen: albern – verhalten habe.

Jawohl! Ich habe das Jahr mit dem guten Vorsatz begonnen,  jeden Tag eine Lampe aufzuhängen, bis keinem noch so empfindsames Gemüt irgendwo im Haus Gefahr droht, mit nackten Glühbirnen konfrontiert zu werden.

Schon beim ersten Versuch wurde klar, dass das keine gute Idee war.  Nicht nur, weil sich gleich beim ersten Versuch, dem Anbringen einer Deckenlampe, eine Eisenarmierung in den Weg stellte und der Bohrer beim Versuch dieses Hindernis zu überwinden so heiß lief, dass die Tapete ankokelte. Vorher überschüttete mich die Decke aber noch mit einer Mischung aus weißem Staub und grauen Bröckchen. Immerhin habe ich daraus drei Dinge gelernt:

  • Es ist keine gute Idee, in einem frisch geputzten Raum Lampen aufzuhängen, weil man danach gleich wieder putzen darf.
  • Es ist keine gute Idee mit frisch gewaschenen Haaren Lampen aufzuhängen, wenn man nicht gerade Glatzenträger ist und abstauben reicht.
  • Es ist auch keine gute Idee mit sauberer Kleidung Lampen aufzuhängen.

Aber an manchen Tagen passt einfach alles zusammen. Das sind die Tage, bei denen man beim Einkaufen feststellt, dass auf dem hellen Pulli etwas  Frühstückskaffee zurückgeblieben ist. An denen der Garderobenspiegel einem beim Nachhausekommen zuraunt, dass es besser gewesen wäre, die Haar doch schon morgens zu waschen und an denen die Wollmäuse im Wohnzimmer den Nachwuchs spazieren führen.
An solchen Tagen sollte man zum Bohrer greifen, tun, was getan werden muss und sich danach eine lange, heiße Dusche gönnen. Göttlich!

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