Und nun?

Die dreißig Tage sind rum, die angestrebten 50.000 Worte geschrieben. Geschafft!

Mein persönliches Fazit? Ich kann’s!

  • Ich kann mich hinsetzen und ein paar hundert Worte am Stück schreiben, auch wenn nebenher der Fernseher läuft oder die Wäsche danach fleht, aus der Maschine geholt zu werden (Zieh mich raus! Zieh mich raus, ich bin schon sauber! Zieh mich raus, sonst verschimmle ich!). Fernseher kann man ignorieren und die Wäsche vergammelt auch nicht gleich, nur weil sie mal ein paar Stunden länger in der Maschine ist.
  • Ich kann einen Satz stehen lassen, obwohl er nicht perfekt ist. Ich kann ihn sogar stehen lassen, obwohl ich weiß, dass er weit unter meinem sprachlichen Niveau ist. Mehr noch: Es tut noch nicht mal weh, einen Satz zu schreiben, der nur die Information übermittelt, die nötig ist, um die Handlung voran zu treiben.
  • Ich kann mich auf mein Grundkonzept verlassen und die Details während des Schreibens entwickeln. Es ist nicht nötig, jede Szene im Voraus zu konzeptionieren, es reicht vollkommen, sie im Rahmen des jeweiligen Kapitels zu entwickeln, so lange klar bleibt, worauf das Ganze hinauslaufen muss, damit das Ziel erreicht wird. Dann sind auch ein paar Um- und Abwege möglich. Genauso wenig ist es notwendig, alle Figuren von Anfang an genau zu kennen – inklusive ihres familiären Hintergrunds und der Geburtstage ihrer Geschwister. Wichtig ist allerdings, sich über die Rolle der Figur im Klaren zu sein und die Besetzung entsprechend vorzunehmen.
  • Ich kann Recherche auf das Notwendige beschränken. Um ein Schiff zu beschreiben muss ich nicht Schiffbau studieren. In den meisten Fällen muss ich nicht mal wissen, wie die einzelnen Teile heißen; es sei denn, eine der Figuren hat Schiffbau studiert und redet über Schiffe. Diese Figur sollte schon wissen, wovon sie spricht. Aber sonst? Für alle anderen reicht, wenn sie vorne und hinten unterscheiden können. Ob sie nun „vorne“ oder „Bug“ sagen, ist eine Sache des persönlichen Geschmacks.

Bin ich zufrieden? Ne, nicht ganz. Die Geschichte ist nicht fertig. Das allerdings war vorher klar. 50.000 Worte reichen für eine Novelle oder eine Erzählung. Für einen Roman sind sie ein bisschen wenig. Um fertig zu werden, muss ich weiter schreiben. Noch mal 50.000 mindestens, wahrscheinlich sogar ein bisschen drüber. Im deutschsprachigen Forum gibt es zum Glück eine Gruppe von Leuten, die auch nach dem WriMo weiter schreibt. Da werde ich mir den einen oder anderen Tritt abholen. Danach kommt das Überarbeiten und dann …
Irgendwann hoffe ich, einen Verleger von dem Stoff überzeugen zu können. Mal sehen.

Auf jeden Fall weiß ich, was ich nächstes Jahr im November tun werde.

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Ein Gedanke zu „Und nun?

  1. Guten Morgen!

    Ich habe mir gerade noch einmal im Rahmen der Blogparade auf http://michaelluedeke.com/wachsen-und-grenzen-sprengen-beim-national-novel-writing-month deinen Artikel angeschaut. Vielen Dank für’s Mitmachen und Teilen deiner Gedanken und auch der schönen Lerneffekte, von denen du geschrieben hast.

    Du hast es in die engere Auswahl aller eingesandten Artikel geschafft. Leider am Ende aber nicht ganz an die Spitze. Aber ich bin mir sicher, dass noch viele von deinen Zeilen profitieren werden, selbst, wenn sie am Ende kein Schiff bauen, sondern nur einen Roman von 50.000 Worten! 🙂

    Frohe Weihnachten und bis hoffentlich nächstes Jahr!

    Gruß,
    Micha

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