Mord an Bord

Heute war ich wirklich fies. Nicht nur, dass ich bei Sturm zwei Pferde über Bord gehen ließ, jetzt gibt es auch noch ein Menschenopfer. Sprachlich ist die Szene noch verbesserungsfähig, aber atmosphärisch  finde ich sie jetzt schon stimmig:

„Sie will das Schiff!,“ schrie ein Mann vor mir, die Stimme hell vor Angst. „Wir sind verloren!“
Wie aus dem Nichts war Fabius an seiner Seite und zog ihm den Peitschenstiel über das Gesicht. „Halt dein verdammtes Maul und spar‘ dir die Kraft zum Rudern!“ Aber etwas auf seiner Stirn arbeitete und zeigte, dass dahinter ein Gedanke Form annahm. Kein angenehmer Gedanke, auch das war deutlich. Aber Fabius war kein Mann, der unangenehme Gedanken verdrängte.

„Es steht schlecht,“ rief er schließlich. „Die Götter scheinen sich gegen uns zu wenden. Wir haben nur eine Möglichkeit. Vielleicht, wenn wir ihren Zorn besänftigen …“
„Die Ladung,“ schrie einer der Männer. „Gib ihnen die Ladung!“
Aber Fabius antwortete mit donnernder Stimme: „Glaubst du, die Götter ließen sich mit Pökelfleisch abspeisen, wenn es sie nach Blut gelüstet? Glaubt das wirklich einer von euch?“
Niemand antwortete. Es war nicht nötig.
„Wer also,“ schrie Fabius in das Brüllen des Sturmes hinein, „wer also soll es sein?“

Alle Blicke wandten sich dem Mann mit dem gebrochenen Arm zu. Er hatte sich im Vorderteil des Schiffes zusammengekauert, dort, wo zuvor die Pferde gestanden hatten. Ich weiß nicht, ob er Fabius Rede verstanden, oder ob der Sturm die Worte verschlungen hatte, bevor sie ihn erreichen konnten. Aber den Sinn der auf ihn gerichteten Augenpaare verstand er, denn er kauerte sich noch weiter zusammen und kroch, den gebrochenen Arm mit dem gesunden haltend, rückwärts, bis ihm die Planken den Weg versperrten.

Im nächsten Augenblick sprangen die beiden, ihm am nächsten sitzenden Ruderer auf, packten ihn an den Schultern und warfen ihn in das brodelnde Wasser.

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