Eigenleben und die Folgen

Manchmal entwickeln Figuren ein Eigenleben. Manchmal weigern sie sich auch einfach nur, zu sterben. Einen solchen Fall habe ich gerade: Ulfbert, dessen einzige Aufgabe darin besteht, nach ein paar Sätzen einem Herzinfakt zu erliegen, ist offenbar selbst damit überfordert. Er hat zwar den Infakt, lebt aber immer noch.

In diesem Fall ließ sich das elegant zur Einführung einer Nebenfigur nutzen, denn es ergab sich folgender Dialog:

Als ich Ulfbert vor dem Feuer niedergelegt hatte, trat unser Gastgeber hinzu.
„Was hat er?“
Ich zuckte mit den Schultern. „Er ist unterwegs krank geworden. Könnt Ihr mir bitte helfen, ihn zu entkleiden? In den nassen Kleidern holt er sich sonst noch den Tod.“
„Weiß nicht, ob das noch was macht. Sieht aus, als wär‘ seine Zeit rum,“ erwiderte der Hüne. Dennoch half er mir, Ulfbert die Beinwickel zu lösen und die nassen Hosen herunter zu ziehen. „Mein Bruder hätte ihm helfen können,“ setzte er nach einer Weile hinzu. „Aber ich bin Schmied. Ich kann höchstens ’nen Zahn ziehen.“

Gut, an einigen Formulierungen muss ich noch feilen, aber es hat was.

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Ein Gedanke zu „Eigenleben und die Folgen

  1. Ja, das kenne ich auch. Ich lasse sie dann meist gewähren, sehe zu, wie sich das in den Gesamtkontext einfügt. Und meistens ist das ganz gut, weil des Autors Unterbewusstsein ja einen ganz guten Überblick hat 🙂

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