Der Plot

Oder auch: Worum soll es in meiner Geschichte eigentlich gehen.

Damit meine ich keine hehren Inhalte, wie „Frieden und Völkerverständigung“, sondern die eigentliche Handlung. Ist es im Kern eine Liebesgeschichte? Zwischen wem? Warum? Welche Hindernisse müssen die Liebenden überwinden? Wie machen sie das? Werden sie am Ende glücklich? Solche Sachen.

Also mein Roman wird schon mal keine Liebesgeschichte – auch wenn mindestens eine der Nebenhandlungen eine beinhaltet. Man könnte es eher als Rachegeschichte bezeichnen, denn Rache und Intrigen werden einen breiten Raum einnehmen. In gewisser Weise ist es auch eine Selbstfindungsgeschichte.
Das ist zu allgemein? Dann habe ich hier ein paar Details:
Die Geschichte spielt zwischen ca. 418 und 460 n.Chr. Broonagh, ist die Tochter eines „keltischen“ Kleinkönigs. Nach dem Willen ihres Vaters soll sie ihm auf den Thron folgen. Aber sie verliebt sich in den falschen Mann und wird infolgedessen gezwungen, einen anderen zu heiraten.  Statt – wie sie es erwartet hätte – an ihrer Seite zu regieren, zwingt der sie, ihm in seine Heimat zu folgen.
Broonagh fügt sich, weil sie glaubt, sie und ihr Geliebter seien Opfer unglücklicher Fügung geworden. Erst, als ihr Geliebter ihre Schwägerin heiratet und diese bei einem Streit die wahre Geschichte offenbart, erwacht Broonaghs alte Kampflust. Sie sucht und findet einen Verbündeten und nimmt blutige Rache.

Falls das jemandem bekannt vorkommt, ist das kein Zufall. Die Geschichte ist alt. Sie wurde in der von mir zugrunde gelegten Version erstmals um 1200 in Passau aufgeschrieben. Eine andere Version ist aus Island überliefert, eine dritte – die ich aber (noch) nicht kenne – aus der Mongolei. Ich rede natürlich vom Nibelungenlied. Seitdem ich es vor gut zehn Jahren gelesen habe, weiß ich, dass ich irgendwann darüber schreiben will.
Natürlich bin ich nicht die erste, die diesen Stoff für sich (wieder) entdeckt. In den letzten Jahren ist er immer wieder aufgegriffen worden, meist in der isländischen Version. Vermutlich, weil sich die so schön heidnisch-barbarisch ausschmücken lässt, auch wenn es dafür historisch keinen Grund gibt. Aber niemand ist bisher auf die Idee gekommen, die Geschichte aus Broonaghs Sicht zu erzählen, obwohl eines der Bücher sogar den Namen im Titel trägt, unter dem sie bekannt ist: Brunhild. Brunhild oder Brünhilde ist immer nur Objekt der Begierde. Beute. Die schöne Barbarin, die nach ihrer Unterwerfung zur braven Hausfrau mutiert und dann in der Versenkung verschwindet. Bestenfalls begeht sie nach Sigfrids Ermordung Selbstmord. Das möchte ich gerne ändern, indem ich ihr eine Stimme verleihe. Schon das hat interessante Konsequenzen, denn natürlich ist ihre Sichtweise eine ganz andere, als die der anderen Beteiligten. Außerdem ist Brunhild/Brünhilde in keiner der Vorlagen eine keltische „Prinzessin“. Sie dazu zu machen, ist meine Idee. Aber ich habe Gründe dafür, die durchaus im Bereich des historisch Möglichen liegen.

Und im Moment überlege ich außerdem, ob ich das Ganze in einen Thriller einbette, der in der Gegenwart spielt. Mal sehen. Der Gedanke hat etwas Verlockendes, aber es würde die Geschichte auch deutlich verkomplizieren.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s